Strafentscheid und Schlussrunden-Coup: Honda-Doppel in Sepang
Singha Motorsport Team Thailand hat das dritte Rennwochenende der TSS-Saison 2026 geprägt. Piti Bhirombhakdi und Kantasak Kusiri gewannen im Honda mit der Nummer 12 sowohl das Nachtrennen als auch den Sonntagslauf. In Rennen 5 machte eine nachträgliche Strafe aus Rang zwei den Sieg, in Rennen 6 fiel die Entscheidung erst in der letzten Runde.
Zwei Rennen, zwei unterschiedliche Aufgaben und zweimal dieselben Sieger: Piti Bhirombhakdi und Kantasak Kusiri verwandelten Event 3 der TSS The Super Series by B-Quik in ein Doppelwochenende für Singha Motorsport Team Thailand. Das Duo gewann Rennen 5 unter Flutlicht erst durch eine 15-Sekunden-Strafe gegen den auf der Strecke siegreichen Mercedes-AMG. Am Sonntag setzte sich Piti im Honda mit der Nummer 12 nach einer Aufholjagd gegen Ferrari und Audi durch und eroberte die Führung in der letzten Runde.
Rennen 5: Mercedes siegt auf der Strecke, Honda in der Wertung
Die Ausgangslage war eindeutig: Der Honda NSX EVO II mit der Nummer 12 stand auf der Poleposition, daneben der Ferrari 296 GT3 von Voravud Bhirombhakdi und Carlo Van Dam. Daniel Bilski und Sathaporn Veerachure starteten im Audi R8 LMS EVO II von Rang drei, gefolgt vom zweiten B-Quik-Absolute-Audi der Nummer 888. Henk Kiks und Alessandro Ghiretti nahmen das Rennen im neuen Porsche 911 GT3-R (992) EVO von Platz fünf auf.
Piti behauptete die Spitze in der Anfangsphase. Die erste Zäsur folgte beim Zweikampf zwischen Iaro Niaina Razanakoto im Audi mit der Nummer 888 und Henk Kiks im Porsche mit der Nummer 26. Razanakoto geriet beim Angriff außen auf den Kunstrasen, verlor den Audi und traf den Porsche. Beide Fahrzeuge schieden aus, das Safety Car kam auf die Strecke. Die Sportkommissare werteten das Zurückkehren der Nummer 888 als unsicher; zur Sanktion gehörte der Start vom Ende des Feldes in Rennen 6.
Die Safety-Car-Phase komprimierte das Feld unmittelbar vor dem Pflichtboxenfenster und machte die unterschiedlichen Mindestzeiten zum strategischen Mittelpunkt. Das Bronze-Duo Bilski und Veerachure musste im Audi mit der Nummer 27 nur 85 Sekunden absolvieren. Für die Nummer 12 waren 127 Sekunden vorgeschrieben, für den Mercedes mit der Nummer 7 116 Sekunden. Nach den Stopps führte deshalb zunächst die Nummer 27 vor dem Mercedes, während Kantasak Kusiri im Honda die Lücke von hinten schloss.
Chris Van Der Drift übernahm im Mercedes die Führung von der Nummer 27 und sah nach 24 Runden als Erster die Zielflagge. Kusiri zog in der Schlussphase ebenfalls am GT3-Am-Audi vorbei und kam als Zweiter auf der Strecke an. Erst der Strafentscheid drehte das Ergebnis: Wegen eines Verstoßes gegen das Boxengassenprozedere wurden der Nummer 7 nachträglich 15 Sekunden hinzugerechnet. Damit gewannen Piti und Kusiri in 1:02:57,101 Stunden. Der Mercedes wurde mit 4,669 Sekunden Rückstand Zweiter; Bilski und Veerachure fehlten als Gesamtdritte lediglich 0,992 Sekunden auf Rang zwei. Die schnellste Rennrunde fuhr die Nummer 12 in 2:07,863 Minuten.
Rennen 6: Vom vierten Startplatz zum Sieg in der letzten Runde
Am Sonntag änderte sich die Dramaturgie. Alessandro Ghiretti und Henk Kiks starteten im Porsche von der Poleposition, Carlo Van Dam gewann im Ferrari mit der Nummer 89 jedoch die Startphase. Dahinter folgten zunächst Chris Van Der Drift im Mercedes und Sandy Stuvik im Audi mit der Nummer 888. Kantasak Kusiri beendete die erste Runde im später siegreichen Honda auf Rang fünf der GT3-Gruppe.
Ghiretti holte die Führung zurück und setzte sich zeitweise um rund sechs Sekunden ab. In Runde vier markierte er in 2:06,932 Minuten die schnellste Rennrunde. Unmittelbar vor dem Öffnen des Pflichtboxenfensters erlitt der Porsche links hinten einen Reifenschaden. Ghiretti brachte die Nummer 26 langsam an die Box und konnte Reifenwechsel und Fahrerwechsel verbinden, verlor dabei aber jede Siegchance. Nach Abschluss der Stopps führte Razanakoto im Audi vor Voravud Bhirombhakdi im Ferrari und Piti im Honda.
Der Schlussabschnitt wurde zur Aufholjagd. Nach 24 Runden lag Piti noch 6,602 Sekunden hinter dem führenden Audi. Zwei Runden vor dem Ende waren es nur noch 1,721 Sekunden. In Runde 27 schob sich der Honda am Ferrari vorbei. Nach starkem Ausgang aus der letzten Kurve attackierte Piti zu Beginn der Schlussrunde außen und nahm Razanakoto die Führung ab. Im anschließenden Kampf um Rang zwei setzte sich auch der Ferrari wieder vor den Audi. Piti und Kusiri gewannen nach 28 Runden in 1:03:16,105 Stunden.
Voravud Bhirombhakdi und Carlo Van Dam belegten im Ferrari mit 2,975 Sekunden Rückstand Rang zwei. Iaro Niaina Razanakoto und Sandy Stuvik retteten den Audi mit 4,492 Sekunden Rückstand als Dritte ins Ziel. Bilski und Veerachure gewannen erneut die GT3-Am-Wertung und wurden Gesamtvierte. Der Porsche, der in der ersten Hälfte das Tempo bestimmt hatte, kam mit der schnellsten Rennrunde, aber 1:57,419 Minuten Rückstand auf Rang sechs ins Ziel.
Rennen | Sieger | Zweiter | Dritter | Schnellste Runde |
5 | #12 Piti / Kantasak | #7 Dowsett / Van Der Drift | #27 Bilski / Veerachure | #12 2:07,863 |
6 | #12 Piti / Kantasak | #89 Voravud / Van Dam | #888 Razanakoto / Stuvik | #26 2:06,932 |
GT4: Prakhun und Kingsford gewinnen zweimal aus dem Mittelfeld
Auch in der GT4-Kategorie gab es einen Doppelsieger. Prakhun Phornprapha und Todd Kingsford gewannen mit dem Toyota GR Supra GT4 EVO II von Inging x Autowerks Racing beide Rennen und damit jeweils die GT4-Am-Wertung sowie die klassenübergreifende GT4-Reihenfolge. Besonders auffällig war die Ausgangsposition: Die Nummer 95 stand in Rennen 5 nur auf Startplatz 15 des Gesamtfeldes und in Rennen 6 auf Rang 14.
Im Nachtrennen spielte der Nummer 95 die Safety-Car-Phase vor dem Boxenfenster in die Karten. Nach 24 Runden erreichte sie als bestes GT4-Fahrzeug das Ziel. Wong Siu Yin und Mitchell Cheah Min Jie gewannen in der Nummer 39 die GT4-Pro-Am-Wertung und lagen im direkten GT4-Vergleich 18,803 Sekunden zurück. Dechathorn Phuakkarawut und Kantadhee Kusiri belegten im Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport Rang zwei der Pro-Am-Wertung.
Im zweiten Rennen wiederholten Phornprapha und Kingsford ihren Erfolg. Hinter ihnen gewannen Dechathorn und Kantadhee die GT4-Pro-Am-Klasse. Ananthorn Tangniannatchai und Supakit Jenjitranun wurden mit 20,985 Sekunden Rückstand auf den GT4-Sieger Zweite der Pro-Am-Wertung, Kris Vasuratna und Akkarapong Akkaneenirot belegten Klassenrang drei.
GTM und GT3 Am: zwei weitere Doppelerfolge
Saravut Sereethoranakul und Afiq Ikhwan gewannen mit dem Ferrari 296 Challenge von PSC Motorsport beide GTM-Pro-Am-Wertungen. Das zweite gemeldete GTM-Fahrzeug, der Porsche mit der Nummer 8 von Sontaya Kunplome, nahm an beiden Rennen nicht teil. In der GT3-Am-Klasse sicherten sich Daniel Bilski und Sathaporn Veerachure im B-Quik-Absolute-Audi ebenfalls zwei Siege.
Eighty-Six Challenge: Ketsiri gewinnt beide Meisterschaftsläufe
Die Eighty-Six Challenge Thailand trat in Sepang gemeinsam mit dem GR86 Cup Malaysia an. Deshalb muss zwischen dem klassenübergreifenden Zieleinlauf und der thailändischen Meisterschaftswertung unterschieden werden. Beide Sepang-Läufe zählten als Meisterschaftsrennen 5 und 6. In Rennen 5 löste ein Aufhängungsschaden an der Nummer 66 noch in der ersten Runde eine Safety-Car-Phase aus. Nach dem Restart blieben Amer Harris Jefry und Azlan Shah mit der malaysischen Open-Nummer 44B vorn. Vongsapat Ketsiri folgte nur 1,378 Sekunden später und gewann damit die Eighty-Six-Challenge-Overall-Wertung.
In Rennen 6 drehte Ketsiri das Bild vollständig. Von Startplatz vier übernahm er die Spitze und setzte sich in einem von Drehern und Gelbphasen, aber ohne Safety Car geprägten Lauf ab. Nach 13 Runden gewann er mit 18,571 Sekunden Vorsprung vor Carl Bennett. Clayton John Nelmes kehrte nach seinem Ausfall am Vortag auf das Podium zurück und wurde Dritter. Ketsiri fuhr zudem in 2:32,372 Minuten die schnellste Rennrunde.
Thamrong Mahadumrongkul gewann an beiden Tagen den Legends Cup, Alisa Kunkwaeng beide Läufe des Ladies Cup. Im malaysischen Feld setzte sich Ayrton Low zweimal im Clubman durch. Amer Harris Jefry und Azlan Shah gewannen beide Open-Wertungen. Eine der auffälligsten Aufholleistungen zeigte Pancha Waiprip: Nach der Kollision mit Jagjit Singh Dhillon in Kurve 14 des ersten Rennens musste die Nummer 25A das zweite Rennen aus der Boxengasse aufnehmen und erreichte dennoch Rang neun im gemeinsamen Klassement sowie Platz vier der Eighty-Six-Overall-Wertung.
Wertung | Rennen 5 | Rennen 6 |
GT3 Pro-Am | #12 Piti / Kantasak | #12 Piti / Kantasak |
GT3 Am | #27 Bilski / Veerachure | #27 Bilski / Veerachure |
GTM Pro-Am | #77 Saravut / Afiq | #77 Saravut / Afiq |
GT4 gesamt / Am | #95 Phornprapha / Kingsford | #95 Phornprapha / Kingsford |
GT4 Pro-Am | #39 Wong / Cheah | #91 Dechathorn / Kantadhee |
Eighty-Six Overall | #33 Vongsapat Ketsiri | #33 Vongsapat Ketsiri |
Sepang belohnte an diesem Wochenende nicht nur reine Geschwindigkeit. Das erste Rennen verlangte Kontrolle in einer durch die Neutralisation verschobenen Strategie, das zweite Ausdauer und Tempo bis in die letzte Runde. Die Nummer 12 erfüllte beide Aufgaben. Singha Motorsport Team Thailand reiste mit zwei GT3-Siegen ab, während Inging x Autowerks Racing in der GT4 und Vongsapat Ketsiri in der Eighty-Six Challenge ebenfalls das Maximum aus beiden Rennen holten.
