Thailand Super Series 2026: Spektakulärer Saisonauftakt in Buriram
Die Thailand Super Series 2026 ist auf dem Chang International Circuit in Buriram mit einem intensiven Rennwochenende in die neue Saison gestartet.
Der Auftakt der TSS The Super Series by B-Quik und der B-Quik Thailand Super Series zeigte einmal mehr, wie breit der thailändische Rundstreckensport inzwischen aufgestellt ist: GT3-Fahrzeuge, GT4, GTC, Super Touring, Super Eco, Super Pickup und die neue Eight-Six Challenge sorgten für ein vollgepacktes Programm.
Für getquu war Buriram zugleich der Start in die neue deutsche Übertragung der Thailand Super Series. Gerade aus europäischer Sicht bleibt diese Serie spannend, weil sie internationale GT-Fahrzeuge mit nationalen Rennklassen verbindet, die man in dieser Form außerhalb Asiens nur selten sieht. Besonders die Thailand Super Pickup und die Super Eco bringen eine eigene Dynamik mit, während die GT-Klassen sportlich auf hohem Niveau unterwegs sind.
Der Saisonstart war kein ruhiges Einrollen. In nahezu jeder Klasse gab es frühe Geschichten für den weiteren Verlauf der Saison: dominante Siege, späte Wendungen, Strafen, technische Probleme, enge Zieleinläufe und neue Namen, die sich direkt in den Vordergrund fuhren. Buriram war damit nicht nur der erste Termin des Jahres, sondern ein echter Gradmesser für die Thailand Super Series 2026.
TSS Supercar GT3 und GTM: Singha eröffnet stark, B-Quik Absolute Racing schlägt zurück
Die großen Supercar-Klassen gehörten zu den sportlichen Höhepunkten des Auftaktwochenendes. In der TSS Supercar GT3 trafen etablierte Teams, starke thailändische Fahrer und internationale Besetzungen aufeinander. Genau das machte die beiden Rennen in Buriram so interessant, denn schon nach dem ersten Wochenende zeichnet sich ein spannendes Kräfteverhältnis ab.
In Race 1 setzte Singha Motorsport Team Thailand das erste Ausrufezeichen. Piti Bhirombhakdi und Kantasak Kusiri kontrollierten das Rennen im Honda NSX GT3 EVO II und brachten den ersten GT3-Sieg der Saison souverän ins Ziel. Das Duo zeigte einen sauberen, kontrollierten Lauf und nutzte die eigene Pace konsequent.
Dahinter war B-Quik Absolute Racing sofort in Schlagdistanz. Henk Kiks und Alessandro Ghiretti fuhren im Porsche 911 GT3-R auf Platz zwei, Daniel Bilski und Sathaporn Veerachuea komplettierten im Audi R8 LMS GT3 EVO II das Podium. Damit standen bereits im ersten Rennen zwei Fahrzeuge von B-Quik Absolute Racing unter den ersten drei.
Im zweiten GT3-Rennen drehte sich das Bild. B-Quik Absolute Racing antwortete mit einem starken Teamergebnis: Daniel Bilski und Sathaporn Veerachuea gewannen mit der Startnummer 27, während Henk Kiks und Alessandro Ghiretti Rang zwei belegten. Platz drei ging an Benjamin Schoots und Shane Woodman im Mercedes-AMG GT3 EVO.
Singha Motorsport Team Thailand blieb auch im zweiten Lauf schnell, musste sich diesmal aber geschlagen geben. Piti Bhirombhakdi und Kantasak Kusiri beendeten das Rennen auf Rang vier, zeigten aber erneut, dass sie in dieser Saison zu den zentralen Kandidaten in der GT3 gehören. Nach zwei Läufen ist klar: Singha Motorsport Team Thailand und B-Quik Absolute Racing haben den Ton für die GT3-Saison früh gesetzt.
In der GTM-Klasse war PSC Motorsport das prägende Team des Wochenendes. Sarawut Serithoranakul und Afiq Ikhwan gewannen im Ferrari 296 Challenge sowohl Race 1 als auch Race 2 in der GTM-Pro-Wertung. Das war kein spektakulärer Zufall, sondern ein stabiler, sauber herausgefahrener Doppelerfolg. Gerade in einer Klasse, in der Fehler oder Probleme schnell teuer werden, war diese Konstanz das entscheidende Merkmal.
TSS Supercar GT4 und GTC: Strategie, Pit Window und starke Toyota-Präsenz
Die GT4- und GTC-Klassen erzählten in Buriram ihre eigenen Geschichten. Während die GT4-Rennen besonders stark von Fahrerwechseln, Pit Window und Rennstrategie geprägt waren, lag der Fokus in der GTC-Klasse auf Toyota Gazoo Racing Thailand.
In GT4 Race 1 begann PETROLIFE RACING TEAM mit der Startnummer 77 stark. Ananthorn Tangniannatchai und Hayden Haikal waren früh gut positioniert und zeigten eine hohe Grundgeschwindigkeit. Nach dem Pit Window verschob sich die Reihenfolge jedoch. Prakhun Pornprapha und Andrew Adulyavichit von Inging x Autowerks Racing kamen in einer besseren Position zurück auf die Strecke und nutzten diese Situation konsequent zum Sieg.
Wing Hin Motorsports brachte Wong Siu Yin und Mitchell Cheah Min Jie auf Rang zwei ins Ziel. Dahinter erreichte Toyota Gazoo Racing Thailand mit Kris Vasuratna und Akkarapong Akkaneenirot ebenfalls ein starkes Ergebnis und komplettierte das Podium.
Race 2 ging an AAS Motorsport. Dechathorn Phuakkarawut und Kantadhee Kusiri setzten sich mit der Startnummer 91 durch und gewannen vor Ananthorn Tangniannatchai und Hayden Haikal. Der Abstand blieb gering, das Rennen war bis in die Schlussphase offen. Kmik Karnasuta und Thanapattra Sutthisawang belegten Rang drei.
In der GTC-Klasse begann Toyota Gazoo Racing Thailand mit einem kontrollierten Sieg. Nattavude Charoensukhawatana und Na Dol Vatanatham gewannen Race 1 mit der Startnummer 24 im Toyota GR Supra GTC. Das Duo brachte das Rennen sauber nach Hause und nutzte die eigene Ausgangslage ohne größere Fehler.
Im zweiten Lauf traf es die Startnummer 24 früh mit Problemen. Dadurch rückten Manat Kulapalanont und Nattapong Horthongkum mit der Startnummer 37 in den Vordergrund. Sie blieben fehlerfrei und holten den GTC-Sieg. Für Toyota Gazoo Racing Thailand war es damit trotz des Ausfalls im zweiten Rennen ein erfolgreiches Wochenende in der GTC.
Super Touring: Enges Racing und ein starkes NA-Paket von Toyota Gazoo Racing Thailand
Die Super Touring gehört zu den Klassen, die man im TSS-Programm leicht unterschätzen könnte. In Buriram zeigte sie aber erneut, wie viel sportliche Qualität in diesem Feld steckt. Die Mischung aus Turbo- und NA-Fahrzeugen, 60-Minuten-Rennen und Fahrerwechseln sorgt für Rennen, in denen nicht nur reine Geschwindigkeit entscheidet.
Race 1 ging an Phiranat N. und Chanoknun N. vom Nuntamanop Team by M&M-Nexzter-Liqui Moly. Das Duo setzte sich in einem Rennen durch, das über die Distanz mehrere Verschiebungen brachte. Dahinter folgten Pasarit P. und Nattanid L. von YK Motorsports.
Besonders auffällig war der Auftritt von Norrarat A. und Ayrton A. im Toyota Yaris ATIV von Toyota Gazoo Racing Thailand. Platz drei im Gesamtklassement und der Sieg in der NA-Wertung waren ein starkes Ergebnis. Das Duo zeigte, dass das Fahrzeugpaket auch gegen stärkere Konkurrenz funktionieren kann.
In Race 2 wurde es noch enger. Hiiwan Jian Jwan und Ng Khai EE Dannies gewannen mit der Startnummer 38 für Wing Hin Motorsports. Der Vorsprung auf Norrarat A. und Ayrton A. betrug weniger als eine halbe Sekunde. Damit bestätigte Toyota Gazoo Racing Thailand den starken Eindruck aus Race 1. Rang drei ging an Nabil Azlan und Amer Harris Jefry.
Auch technisch war der Super-Touring-Auftritt von Toyota interessant. Mit dem Yaris ATIV HEV GR SPORT brachte das Team ein Hybridfahrzeug unter realen Rennbedingungen auf die Strecke. Das passte zur übergeordneten Toyota-Botschaft, Motorsport als Entwicklungsumfeld für bessere Fahrzeuge zu nutzen.
Thailand Super Eco: Drei Rennen, drei Sieger und ein komplett offener Start
Die Thailand Super Eco lieferte in Buriram genau die Art von Rennen, für die diese Klasse bekannt ist. Die Fahrzeuge sind kompakt, die Abstände eng und die Fahrerinnen und Fahrer geben sich kaum Raum. Das macht die Rennen spektakulär, bringt aber auch regelmäßig viel Arbeit für die Rennleitung mit sich.
Race 1 begann sofort turbulent. Schon in der Anfangsphase gab es mehrere Kontakte, Positionswechsel und einen größeren Zwischenfall, der das Safety Car auf die Strecke brachte. Nach dem Restart blieb der Kampf an der Spitze offen. Xie Boyu Jonathan von Insane Motorsport by ZIC setzte sich schließlich durch und gewann vor Sorawich Sommai und Thanathas Lomwong.
Im zweiten Rennen war Aaron Haikal an der Reihe. Der Fahrer von Dyno Dynamics & SPY Performance by V-ARE PRO GARAGE nutzte seine Ausgangslage, setzte sich vorne fest und fuhr den Sieg kontrolliert ins Ziel. Brett Dickie machte mit Platz zwei das starke Teamergebnis perfekt, Pharunmeth Phornakararat komplettierte das Podium.
Race 3 brachte den nächsten Sieger. Roni Risman von BKC Motorsport gewann vor Varunchit Wattanathanakun und Xie Boyu Jonathan. Damit standen nach drei Super-Eco-Rennen drei unterschiedliche Sieger fest. Für die Meisterschaft ist das ein spannender Ausgangspunkt, denn die Klasse wirkt früh offen und schwer berechenbar.
Genau darin liegt der Reiz der Super Eco. Speed allein reicht nicht. Wer in dieser Klasse über eine Saison hinweg vorne bleiben will, braucht Konstanz, Übersicht und die Fähigkeit, auch in engen Situationen sauber durchzukommen.
Thailand Super Pickup: Großes Feld, Black-Smoke-Strafen und die Antwort von Kantadhee Kusiri
Die Thailand Super Pickup war eines der auffälligsten Elemente des Auftaktwochenendes. Das neue Format mit einem gemeinsamen Feld für die Klassen A, B und C brachte fast 40 Pick-ups auf die Strecke. Schon die Größe des Feldes machte diese Klasse zu einem besonderen Programmpunkt.
Race 1 wurde zunächst von Kantadhee Kusiri im Ford Ranger von Ford Thailand Racing geprägt. Er zeigte starkes Tempo, führte das Rennen lange an und machte deutlich, dass Ford Thailand Racing beim Saisonstart ein konkurrenzfähiges Paket hatte. Doch in der Super Pickup können nicht nur Zweikämpfe, sondern auch reglementarische Themen entscheidend werden.
Black-Smoke-Strafen griffen in den Rennverlauf ein und veränderten die Reihenfolge. Am Ende gewann Natthawut Phuengphrom im Isuzu All New D-Max. Kantadhee Kusiri wurde Zweiter, Chinnawut Laochinchart kam auf Platz drei.
In Race 2 folgte die passende Antwort von Kantadhee Kusiri. Von Startplatz vier aus arbeitete er sich früh nach vorne, übernahm die Führung und brachte den Sieg diesmal nach Hause. Suphachai Khongman und Kajonsak Na Songkla folgten auf den weiteren Podestplätzen. Nach dem verpassten Sieg im ersten Rennen war das ein wichtiges sportliches Signal.
Im dritten Rennen nutzte Suphathat Bunrueng die Reverse-Grid-Ausgangslage. Von der Pole Position aus fuhr er ein kontrolliertes Rennen und holte den Sieg. Damit endete das Pickup-Wochenende mit drei unterschiedlichen Geschichten: einem strafengeprägten ersten Lauf, einer klaren Antwort von Kantadhee Kusiri und einem gelungenen Reverse-Grid-Sieg von Suphathat Bunrueng.
Eight-Six Challenge Thailand: Gelungene Premiere mit klarem Sieger
Die Eight-Six Challenge Thailand feierte in Buriram ihre Premiere. Als neue Support-Serie brachte sie ein weiteres Format in das ohnehin breite TSS-Programm. Die Rennen waren kompakt, übersichtlich und sportlich klar einzuordnen.
Der dominierende Fahrer des Wochenendes war Vongsapat Ketsiri. Er gewann Race 1 für Idemitsu Racing Team Thailand by AP vor Clayton Nelmes und Pancha Waiprip. Auch im zweiten Rennen war Ketsiri nicht zu schlagen. Diesmal folgten Pancha Waiprip und Attapon Kaeoarsa auf den weiteren Podestplätzen.
Damit startete die neue Serie mit einem klaren Maßstab. Zwei Rennen, zwei Siege und ein starker erster Eindruck für Vongsapat Ketsiri. Auch die Sonderwertungen fügten sich gut in das Format ein. Alisa Kunkwaeng überzeugte in der Ladies-Wertung, während in der Legends-Wertung ebenfalls eigene Geschichten entstanden.
Für das TSS-Wochenende war die Eight-Six Challenge eine sinnvolle Ergänzung. Sie bringt ein anderes Tempo, einen direkteren Fahrzeugvergleich und zusätzliche sportliche Tiefe in das Programm.
Fazit: Buriram macht Lust auf mehr Thailand Super Series
Der Saisonauftakt der Thailand Super Series 2026 in Buriram hat keine Meisterschaft entschieden, aber in jeder Klasse erste Hinweise geliefert. In der GT3 deutet sich ein enger Kampf zwischen Singha Motorsport Team Thailand und B-Quik Absolute Racing an. In der GTM setzte PSC Motorsport den Maßstab. GT4 und GTC wurden durch Strategie, Pit Window und eine starke Toyota-Präsenz geprägt.
Die Super Touring überzeugte mit engen Abständen und einem starken NA-Paket von Toyota Gazoo Racing Thailand. Die Super Eco startete mit drei unterschiedlichen Siegern in drei Rennen. Die Thailand Super Pickup blieb spektakulär, groß, unberechenbar und einzigartig. Die Eight-Six Challenge Thailand legte eine gelungene Premiere hin.
Für getquu und die deutsche Übertragung war Buriram ein starker Start in die neue TSS-Saison. Die Rennen haben gezeigt, warum die Thailand Super Series auch für ein deutschsprachiges Motorsportpublikum interessant ist: viel Vielfalt, starke Fahrzeuge, besondere Klassen und ein Rennkalender, der mit dem Bangsaen Grand Prix 2026 direkt das nächste Highlight bereithält.
Weiter geht es vom 1. bis 5. Juli beim Bangsaen Grand Prix. Dann wechselt die Thailand Super Series vom permanenten Kurs in Buriram auf einen der spektakulärsten Street Circuits Südostasiens.
