Turicum.RCD gewinnt Taktikschlacht am Red Bull Ring – drittes Team im dritten Rennen vorn

Das dritte Saisonrennen der ACS Endurance 2025/26 auf dem Red Bull Ring hat die Meisterschaft weiter geöffnet. Nach drei Stunden intensiver GT-Action feiert Turicum.RC den ersten Saisonsieg und sorgt damit dafür, dass es im dritten Lauf das dritte Siegerteam gibt. Dahinter komplettieren Naef_GR_Academy.FRL und NEVERLIFT.RFH das Podium, während Meisterschaftsleader DynamicDuo.RFH nach Strafen und hartem Kampf mit Rang vier vorliebnehmen muss.

Ausgangslage vor dem dritten Lauf

Mit einem Sieg und einem zweiten Platz aus den ersten beiden Rennen reist DynamicDuo.RFH als Tabellenführer an den Red Bull Ring. 191 Punkte stehen vor dem Start zu Buche, doch der Vorsprung ist überschaubar. Besonders NEVERLIFT.RFH – Sieger des Dubai-Rennens – sowie die Naef-Teams Naef_GR_Academy.FRL und Naef_GROUP_Racing.FRL gelten als härteste Verfolger. Im engen Kalender mit sechs Läufen markiert das Rennen in Spielberg die Halbzeit und hat damit klaren Wegweiser-Charakter für den weiteren Titelkampf.

Qualifying: STAR_Racing.FRL auf der Pole, Turicum.RCD lauert

Im Zeittraining unterstreicht STAR_Racing.FRL seine Ein-Runden-Stärke. Der Audi R8 LMS 2016 setzt mit 1:26.951 Minuten die Bestzeit und sichert sich die Pole Position denkbar knapp vor Naef_GR_Academy.FRL, das im RCC Weissach GT3 R nur 14 Tausendstel dahinter liegt. Dahinter sortieren sich STR_McLaren.STR, AMT_Sport.AVR sowie die Titelkandidaten DynamicDuo.RFH und NEVERLIFT.RFH ein. Turicum.RCD qualifiziert sich als Achter und befindet sich damit in perfekter Lauerposition für ein strategisch geprägtes Langstreckenrennen.

Die Zeiten unterstreichen das Niveau im Feld: Die Top 10 liegen innerhalb weniger Zehntel, selbst bis weit ins Mittelfeld hinein sind die Abstände gering. Ein kleiner Fehler in der Qualifikation bedeutet sofort mehrere Startreihen Verlust.

Der Start: Fabelstart von DynamicDuo.RFH, frühe Unruhe im Feld

Der fliegende Start verläuft nicht ohne Brisanz. STAR_Racing.FRL nutzt als Polesetter die Innenbahn, doch von hinten kommt DynamicDuo.RFH im Mercedes-AMG GT3 mit enormem Antritt und schiebt sich bereits auf den ersten Metern aggressiv nach vorn

In der Anbremszone zu Kurve 1 und Kurve 3 wird es eng. Mehrere Fahrzeuge geraten sich ins Gehege, im Bereich um die Naef-Fahrzeuge kommt es zu Kontakt, der später von der Rennleitung aufgearbeitet wird. Naef_GR_Academy.FRL erhält im Anschluss eine Zeitstrafe wegen Verursachens einer Kollision in der Startrunde. Auch TheCozyRacers.RFH und RH.Accelleron_39 werden bereits früh als Verursacher von Zwischenfällen mit Strafsekunden belegt.

Im Mittelfeld prägen dicht gedrängte Gruppen rund um Teams wie TeamVollgas.RFH, BLRacing.RXP, AutoLang.AVR und autovirtuell_sen.AVR die ersten Runden. Kleine Verbremser, leichte Kontakte und Ausritte in den Kies zeigen, wie schmal der Grat auf dem kurzen, aber anspruchsvollen Kurs in Spielberg ist.

Frühe Phase: STAR_Racing.FRL zieht weg, das Feld sortiert sich

In den ersten 20 bis 30 Rennminuten gelingt es STAR_Racing.FRL, die Pole-Performance in Rennpace zu übersetzen. Der Audi setzt sich mit einer Serie von Runden im 1:28er-Bereich leicht vom Feld ab und kontrolliert zunächst das Tempo. Dahinter bleiben DynamicDuo.RFH, Naef_GR_Academy.FRL und NEVERLIFT.RFH in Schlagdistanz, ohne jedoch ein kontrolliertes Angriffsfester zu finden.

Im Mittelfeld entbrennen intensive Duelle, etwa zwischen TeamVollgas.RFH und TixiRacing.RFH oder AutoLang.AVR und diversen McLaren-Teams. Mehrere dieser Szenen landen im Protokoll der Rennleitung. AutoLang.AVR sammelt im Verlauf des Rennens gleich zwei Zeitstrafen, einmal wegen Kollision, einmal wegen unsicherer Rückkehr auf die Strecke.

Gleichzeitig werden die ersten Tracklimit-Warnungen ausgesprochen. Speziell Kurve 1 und Kurve 3 erweisen sich wie erwartet als neuralgische Punkte. Wer hier zu weit rausträgt, riskiert nicht nur Zeitverlust, sondern auch Verwarnungen.

Boxenstopps und Strategien: Turicum.RCD rückt ins Bild

Mit fortschreitender Renndauer rücken die Strategien in den Mittelpunkt. Nach rund 45 Minuten kommen die ersten Teams zu ihrem ersten regulären Stopp, andere bleiben deutlich länger draußen. Während ein Teil des Feldes auf kürzere Stints mit mehr Boxenbesuchen setzt, gehen andere eher in Richtung Ein-Stunden-Rhythmus, um die Standzeiten zu minimieren.

Genau hier beginnt die Stunde von Turicum.RCD. Von Startplatz acht startet das Team kontrolliert in das Rennen, meidet größere Zweikämpfe und arbeitet sich über eine Mischung aus konstanter Pace und optimal getimten Stopps nach vorn. Die Rundenanalyse zeigt über die Distanz hinweg kaum große Ausreißer nach oben, vielmehr eine sehr gleichmäßige Abfolge von Zeiten um den niedrigen 1:29er-Bereich.

Während STAR_Racing.FRL nach dem ersten Stopp durch Verkehr und Überrundungen Zeit liegen lässt und Naef_GR_Academy.FRL zusätzlich die Belastung der Strafsekunden im Hinterkopf hat, gewinnt Turicum.RCD genau in dieser Phase Meter um Meter.

Rennleitung im Dauereinsatz: Strafen prägen das Bild

Wie schon beim vorausgegangenen Lauf in Dubai ist die Rennleitung stark eingebunden. Das offizielle Strafprotokoll listet zahlreiche Untersuchungen und Zeitstrafen auf. Neben den bereits genannten Sanktionen gegen Naef_GR_Academy.FRL, TheCozyRacers.RFH, AutoLang.AVR und RH.Accelleron_39 fallen unter anderem auch Helvetic_Racing.AVR (30 Sekunden) sowie KernRacing.RFH, BLRacing.RXP, Naef_GR_Junior.FRL, TeamVollgas.RFH, FridolinRacer.RFH und Whiskey911.RCD mit Kollisionen und entsprechenden Konsequenzen auf.

Die Spitzengruppe bleibt ebenfalls nicht völlig straffrei. DynamicDuo.RFH und NEVERLIFT.RFH erhalten jeweils fünf Sekunden für Situationen, die im Reglement als zu großzügige Raumgabe beziehungsweise unklare Manöver eingestuft werden. Naef_GR_Academy.FRL summiert insgesamt 20 Sekunden Zeitstrafe. Trotzdem halten sich alle drei Teams bis ins Ziel in den Top 4 und unterstreichen damit ihre sportliche Klasse über die reine Rundenzeit hinaus.

Der Kampf an der Spitze: Führungswechsel und der Weg zum Sieg

Rund eineinhalb Stunden vor Rennende verdichtet sich der Kampf um die Spitze. Im Kommentar ist Mitte des Rennens von einem engen Dreikampf zwischen DynamicDuo.RFH, Naef_GR_Academy.FRL und Turicum.RCD die Rede. DynamicDuo.RFH kann sich zwischenzeitlich an die Spitze setzen, Naef_GR_Academy.FRL hält dagegen, während Turicum.RCD mit etwas freierer Strecke im Rücken die Lücke geschlossen bekommt.

Die entscheidenden Momente entstehen nicht in einem einzigen Überholmanöver, sondern im Zusammenspiel aus Verkehr, Überrundungen und Stopprhythmus. Turicum.RCD erwischt wiederholt saubere Phasen ohne größere Behinderungen, während die direkten Meisterschaftsrivalen in Zweikämpfe verwickelt sind oder hinter Teams hängenbleiben, die blaue Flaggen nicht immer optimal umsetzen. In der Strafübersicht ist vermerkt, dass mehrere Mannschaften wegen Missachtung blauer Flaggen verwarnt oder sanktioniert werden, was die Bedeutung dieses Themas in einem vollen 33-Auto-Feld unterstreicht.

Im letzten Stoppfenster setzt Turicum.RCD den entscheidenden Schlag. Mit einem präzise kalkulierten Tankfenster, ordentlichem Reifenmanagement und einer erneut fehlerfreien Outlap übernimmt das Team endgültig die virtuelle Führung und gibt diese bis zur Zielflagge nicht mehr ab.

Ziel: Konstanz schlägt reine Pace

Nach 119 Rennrunden überquert Turicum.RCD als Sieger die Ziellinie. Die offizielle Rennzeit von 3:02:23.292 Stunden und eine persönliche Bestzeit von 1:27.740 Minuten spiegeln die starke Kombination aus Tempo und Konstanz wider.

Naef_GR_Academy.FRL rettet trotz insgesamt 20 Sekunden Zeitstrafe Platz zwei ins Ziel. Mit 9,019 Sekunden Rückstand in der Wertung und einer schnellsten Runde von 1:27.394 Minuten ist klar erkennbar, dass das Team vom reinen Speed her um den Sieg hätte kämpfen können, die frühen Fehler und Kontakte aber letztlich die ganz große Chance auf den Tagessieg kosten.

NEVERLIFT.RFH komplettiert als Dritter das Podium. Nach dem Triumph in Dubai bedeutet Rang drei wichtige Zähler für die Gesamtwertung, auch wenn die fünf Strafsekunden ein noch engeres Resultat verhindern. DynamicDuo.RFH folgt als Vierter knapp dahinter und verteidigt damit die Meisterschaftsführung, jedoch bei deutlich geschrumpftem Puffer. STAR_Racing.FRL, von der Pole ins Rennen gegangen, muss sich nach einem starken ersten Stint, späteren Zeitverlusten im Verkehr und ohne Strafen-Bonus mit Platz fünf begnügen.

Dahinter runden AMT_Sport.AVR, Naef_GROUP_Racing.FRL, ScamoraRCD.RCD, FiftysevenRacing.RFH und RaceXlaMeute1.RXP die Top 10 ab und unterstreichen die Breite des Feldes an der Spitze.

Meisterschaftsstand und Ausblick

Sportlich betrachtet liefert der dritte Lauf ein wichtiges Signal: Die ACS Endurance 2025/26 ist nach wie vor weit offen. DynamicDuo.RFH bleibt dank der konstanten Topplatzierungen an der Tabellenspitze, doch Turicum.RCD rückt mit dem Sieg näher heran. Ebenso bleiben NEVERLIFT.RFH und die Naef-Teams voll im Titelrennen. Drei verschiedene Sieger in drei Rennen, dazu wechselnde Podiumsbesetzungen – der Kampf um die Meisterschaft ist enger, als es die nackten Punkte zunächst vermuten lassen.

Mit dem Red Bull Ring ist die Halbzeit der Saison erreicht. Die kommenden Stationen in Zandvoort und Barcelona werden nicht nur fahrerisch, sondern auch strategisch neue Anforderungen stellen. Klar ist nach diesem Abend in Spielberg: Wer den Titel holen will, darf sich keine Fehler mehr erlauben – weder am Lenkrad noch an der Boxenmauer.

Weitere Artikel